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Linachtalsperre


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Linachkraftwerk


Das Linachkraftwerk Vöhrenbach und die Linachtalsperre sind ein Baukulturdenkmal von nationaler bzw. internationaler Bedeutung. Gebaut wurde die Anlage zur eigenen Stromerzeugung und für eine höhere Unabhängigkeit von großen Stromlieferanten. Außerdem wollten die Erbauer preiswert Energie vor Ort für die Industrie und Haushalte herstellen. Und schließlich können Stromschwankungen vom großen Stromlieferanten besser ausgeglichen werden. Diese Überlegungen führten zum Bau der Linachtalsperre. Der Beschluss des Gemeinderates der Stadt Vöhrenbach erfolgte 1921.

Die Anlage gilt als einzige Vielfachbogenstaumauer in aufgelöster Bauweise Deutschlands. Die Ingenieure entschieden sich deshalb dazu, weil damit weniger Beton nötig ist, außerdem der Materialtransport billiger und geringer ausfällt. Es waren also wirtschaftliche Überlegungen.

Ab dem Jahr 1923 gab es durch die Inflation große Schwierigkeiten, die Anlagen fertigzustellen. Die Geldentwertung konnte den Ausbau zwar nicht stoppen, aber verzögern. Hohe Holzanleihen bzw. hohe Holzhiebe im Stadtwald von Vöhrenbach waren notwendig, um den Bau der Staumauer zu finanzieren. Noch heute sind im Stadtwald diese Bereiche zu erkennen. Nach zwei Jahren Bauzeit fand das Lichterfest am 15. Dezember 1923 statt. An diesem Tag wurde erstmals Strom erzeugt.

Am 7. November 1925 war die Staumauer vollendet. Die Höhe beträgt 25 Meter, die Breite 143 Meter. Die Talsperre war die erste Eisenbetontalsperre in Deutschland (1922 bis 1925). Sie war zugleich die höchstgelegene Großbaustelle Deutschlands und wurde gar als Jahrhundertbauwerk bezeichnet.

Das Krafthaus wurde im Jugendstil erbaut. Es befinden sich darin drei Francis-Turbinen. Die beiden großen Turbinen haben je eine Generatorleistung von 175 kW und die kleine eine Leistung von 110 kW.

Das Wasser fließt den Berg hinunter und dann durch einen 315 Meter langen Stollen, anschließend durch eine 1665 m lange Hangrohrleitung und danach durch die 234 m lange Fallrohrleitung, bevor es dann die Turbinen antreibt.

Bereits 1926 gab es erste Undichtigkeiten. 1937/38 wurden ersten Reparaturarbeiten durchgeführt. 1951 wurde die Dichtungsschicht an der Wasserseite erneuert. Am 2. Dezember 1963 musste der Stauspiegel zum Schutz der Unterlieger um 10 m abgesenkt werden. 1966 wurde die Schutz- und Dichtungsschicht bis ca. Höhe des Entlastungsturms erneuert.

1969 fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Eigenstromerzeugung wegen Unrentabilität einzustellen. Ein weiterer Grund waren notwendige Sanierungsarbeiten. 1988 wurde der Stausee abgelassen. Im April 1996 schlossen die Stadt Vöhrenbach und die Gesellschaft für dezentrale Energieanlagen (Gedea) einen Pachtvertrag. Ziel war die Reaktivierung des Linachkraftwerkes in zwei Stufen. Am 16. Dezember 1998 wurde das zweite Lichterfest gefeiert. Das Kraftwerk liefert wieder Strom und gilt zugleich als eines der größten und interessantesten Projekte im Schwarzwald-Baar-Kreis. Mit der "grünen" Energie können etwa 250 Haushalte versorgt werden.

Mit der Sanierung der Staumauer war auch eine Anpassung der Kraftwerksanlagen verbunden. Hierzu wurden u.a. neue Generatoren mit Steuerung und eine neue Druckrohrleitung eingebaut. Nach Aufstau des Linachstausees wird mit einer Erhöhung der Stromproduktion um ca. 30 % gerechnet.

Lichtfest im Linachkraftwerk

Innenminister Heribert Rech

Am 15.12.2007 wurde im Linachkraftwerk nach 1923 und 1998 das dritte Lichtfest gefeiert. Damit wurde nach der Sanierung der Linachtalsperre und dem Wiedereinstau des Stausees die Stromerzeugung im Linachkraftwerk offiziell wieder aufgenommen. Zur Feier im Kraftwerk konnte Bürgermeister Robert Strumberger den Landesinnenminister Heribert Rech, Landrat Karl Heim, MdB Siegfried Kauder, MdL Karl Rombach, den Geschäftsführer der Gedea Linach KG Dieter Schäfer und viele weitere Gäste begrüßen. Die Stadtkapelle und das "Chörle" des Gesangvereins Concordia umrahmten die Feier. Anlässlich des Lichtfestes wurde auch die Staumauer wieder beleuchtet, was sich zahlreiche Zuschauer nicht entgehen ließen.